Die Arbeit von animo in Mexiko

Stichwörter: Bistum Tula, Projekte, Solarofenprojekt, Kulturarbeit, Jugendarbeit, Migration, Naturmedizin, Handarbeiten, Pilzzucht, Häuserbau

Das Bistum Tula

Etwa 200 Kilometer nördlich von Mexiko-Stadt befindet sich das Bistum Tula, es liegt im Valle del Mezquital (Tal des Meskittenbaumes). Die Region leidet unter wirtschaftlichen Problemen.Die Region gehört zu den regenärmsten Gebieten Mexikos. Das Betreiben von Landwirtschaft ist somit kaum möglich, da vier von sieben Ernten vertrocknen. Dennoch arbeiten die meisten Menschen auf dem Feld, zu einem Tageslohn von ca. drei Euro, weil es aufgrund der schlechten Infrastruktur kaum größere Industrie oder andere Arbeitgeber gibt. Daher wandern viele illegal in die USA aus, um dort den Lebensunterhalt für ihre Familien zu verdienen.
Die Bewohner des Valle del Mezquital gehören größtenteils zum Volk der Ñähñu, einem der über 60 indigenen Völker, die in Mexiko leben.

Die Menschen leben in einfachen Verhältnissen. So hat eine siebenköpfige Familie oft nur ein Haus mit zwei Zimmern zur Verfügung, in denen ein Wasseranschluss keine Selbstverständlichkeit ist. Hoffnung und Mut für ihr Leben bekommen sie vor allem durch den christlichen Glauben, der überall in ihrem Alltag präsent zu sein scheint.

Viele der Bewohner des Bistums Tula sind vom Volk der Hñähñu, einem der 56 "Pueblos indigenas" die in Mexiko leben. Vor allem unter den Jugendlichen sprechen bedauerlicherweise nicht mehr viele Menschen die Sprache der Hñähñu. Die Politik der mexikanischen Regierung hat lange Zeit versucht die Kultur der indigenen Völker zu verdrängen.

Die Projekte

Animo unterstützt Entwicklungsprojekte im Valle del Mezquitál, die teilweise von aktuellen Friedensdienstleistenden begleitet, teilweise von Mexikanern durchgeführt werden. Die Art der Projekte ist vielfältig, in denen sich die Friedensdienstleistenden engagieren und die von animo unterstützt werden.
Mit den Projekten versucht animo bei der Lösung einiger Probleme der Menschen behilflich zu sein.

Das Solarofenprojekt unterstützt den Bau und Verkauf von Solaröfen. Das Prinzip der Solaröfen ist einfach: Ein Parabolspiegel konzentriert die Energie der Sonnenstrahlen, im Brennpunkt wird ein schwarzer Topf aufgehängt, der die Energie absorbiert und sich erhitzt.
Statt Holz oder fossile Brennstoffe zu nutzen, kocht man nun mit umweltfreundlicher, uneingeschränkt vorhandener Sonnenenergie. Das schützt einerseits die Holzbestände, die im Valle del Mezquital ohnehin nur spärlich vorhanden sind. Andererseits schützt es die Frauen vor den Erkrankungen von Lunge und Augen, die als Folge des Rauches entstanden, der sich in den kleinen, geschlossenen Küchen sammelte. Und nicht zuletzt schützt es auch den Geldbeutel, da weder Holz noch Gas gekauft werden muss.
Die Projektgruppe Solar kümmert sich vor allem darum, dass der Solarofen bekannter wird. Sie erstellen Werbematerial, präsentieren den Solarofen auf verschiedenen Fiestas und organisieren verschiedene Finanzierungsmodelle, z.B. Ratenzahlung.

Jugendarbeit ist ein großes Aufgabengebiet für Friedensdienstleistende. Sie organisieren Jugendgruppen, Chöre und Besinnungstage. Die Jugendarbeit findet in den Pfarreien unter anderem im Rahmen der Firmvorbereitung statt.
Dabei werden mit den Jugendlichen sowohl religiöse Themen bearbeitet, als auch die sozialen und politischen Probleme diskutiert.

Im Bereich der indigenen Kulturarbeit unterstützen seit Jahren verschiedene Friedensdienstleistende die Arbeit von Gruppen, die sich um den Erhalt der Hñähñu-Kultur kümmern. Ausführlichere Informationen.

Gegenüber dem Problem der Migration haben sich verschiedene Projekte entwickelt: In einigen Dörfern werden Englischkurse für Jugendliche angeboten. Neben dem Schwerpunkt des Sprachunterichts, geht es auch darum, die Jugendlichen über Gefahren bei der illegalen Grenzüberschreitung aufzuklären und die sozialen Probleme, die mit der Migration zusammenhängen zu diskutieren.
Eine Gruppe von Mexikanern und Deutschen hat im Dekanat die Zeitschrift "SIN FRONTERAS" ins Leben gerufen, die zweimal im Jahr erscheint und sich mit dem Leben der Migranten und ihren Familien auseinandersetzt - in Mexiko und in den USA.

In einigen Gemeinden des Bistums Tula gibt es bereits seit vielen Jahren Gruppen, die nach traditionellem Wissen selbst Medizin aus den Heilpflanzen der Region herstellen. Die selbstgemachten Tropfen, Tees, Tinkturen, Salben, u.ä. werden zum Beispiel in den Dörfern Chilcuautla, Orizabita und Cardonal in kleinen "Naturmedizin-Apotheken" verkauft. So wird eine kostengünstige, besser verträgliche und auch oft wirksamere Alternative zu teuren pharmazeutischen Medikamenten geboten.
Ein wichtiges Gemeinschaftsprojekt einzelner Naturmedizingruppen und in diesem Bereich kundiger, erfahrener Personen war die mühsame Erarbeitung eines Buches zu traditioneller Hñähñu-Naturmedizin. So soll das oft nur mündlich überlieferte medizinische Wissen des Volkes vor allem für kommende Generationen erhalten werden und auch das spezielle Wissen einiger weniger allen interessierten Ñähñu zugänglich gemacht werden. Das Buch wird zur Zeit noch druckfertig gemacht und soll schon bald erscheinen.

Eine Kooperative von Frauen aus der Pfarrei Chilcuautla produziert aus den Phasern der Agave Schwämme und andere Badeartikel. Die Frauen stellen alles in traditioneller Handarbeit her. Die Artikel werden unter anderem in einer Apotheken-Kette in Mexiko-Stadt verkauft und auch von der Firma "The Body-Shop" in Deutschland bezogen und vertrieben.

Für verschiedene Familien wurden in den letzten Jahren Häuser gebaut. Mit tatkräftiger Hilfe der Menschen aus den Dörfern und finanzieller Hilfe aus Deutschland wurde für bedürftige Familien ein Zuhause gebaut. So erhielten zum Beispiel vier Waisenkinder aus dem Dorf El Bondho ein Haus.

In der Pfarrgemeinde von Orizabita gibt es ein Projekt, bei dem die Züchtung des Austernpilzes im Mittelpunkt steht; ein Pilz, der in seinem Geschmack dem Champignon ähnelt, aber in seiner Gestalt weit größer gewachsen ist. Diese Pilzzucht lässt sich verhältnismäßig leicht durchführen. Als Grundsubstanz können z.B.die getrockneten Stängel der Maispflanze und andere Nebenprodukte verwendet
werden.
Da die Einkommensmöglichkeiten der Bevölkerung in der Gemeinde in der Regel
sehr begrenzt sind, ist der Grundgedanke des Pilzzuchtprojektes, den Menschen der Pfarrgemeinde die Möglichkeit zu bieten, sich durch die Pilzzucht in Eigenverantwortung eine weitere Verdienstmöglichkeit zu eröffnen.
Dabei erhalten sie von der Pfarrgemeinde Anleitung und Unterstützung.

Für gute Ideen ist animo immer offen. Wir wünschen uns auch in den nächsten Jahren sinnvolle Projekte zu unterstützen - mit Geld, Ideen und Mitarbeit.