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Die Aufgaben
Die Freiwilligen leben
und arbeiten in einer Pfarrei im Valle del Mezquital. Das Valle
im zentralen Hochland Mexikos zählt zu den armen Regionen des lateinamerikanischen
Landes.
Die Freiwilligen engagieren sich vor allem in der Jugendarbeit der Pfarrei
- in Jugendchören und -gruppen, in der Firmvorbereitung, in Messdiener-
und Kinderspielgruppen. Außerdem haben die jungen Menschen die Möglichkeit
sich in verschiedene soziale Projekte einzubringen und übernehmen kleine
Verwaltungs- und Handwerksarbeiten.
Jede/r Ziva/i kann jedoch seinen ganz persönlichen Schwerpunkt seiner Arbeit setzen - das machen, was er kann und was ihm liegt. Einige Projekte gibt es allerdings schon, die man weiterführen sollte, der Umfang dieser weiterzuführenden Aufgaben ist aber von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich.
Ein Hauptziel des Friedensdienstes ist es aber auch den jungen Menschen die persönliche Erfahrung, die Begegnung mit Menschen unterschiedlicher Kulturen zu ermöglichen.
Die Orte - Cardonal, Orizabita, Tepetitlán, Nicolas Flores, Chilcuautla
Die drei Gemeinden sind Teil der Partnerdiözese Tula des Bistums Münster im mexikanischen Bundesstaat Hidalgo. Sie liegen etwa 150 Kilometer nördlich von Mexiko-Stadt in einer gebirgigen, halbwüstenähnlichen Region des Valle del Mezquital.
Orizabita:Die
Gemeinde Orizabita liegt in einer Höhe von 2000 Metern über dem
Meer. Sie besteht aus 35 Dörfern in einem Umkreis von etwa 35 Kilometern
gemessen vom Dorfkern Orizabitas.
Zwischen 8 000 und 10 000 Menschen leben in der Gemeinde. Demzufolge hat dieses
Gebiet 2 000 bis 2 500 Kernfamilien. 60 % der Bevölkerung ist unter 25
Jahren. Davon befindet sich ein großer Teil durch Migration in den USA.
Die klimatische Situation ist für die Menschen in der Gemeinde Orizabita
sehr schwierig. Die Sonneneinstrahlung ist sehr intensiv und es fällt
sehr wenig Regen. Alle fünf Jahre reichen die Niederschlagsmengen aus,
um die Ernte zu sichern. Der Boden ist sehr unfruchtbar und die Vegetation
beschränkt sich im Allgemeinen auf verschiedene Kakteenarten und den
Mezquite, ein Baum, der dem Valle de Mezquital seinen Namen verliehen hat.
Es ist sehr schwierig, unter diesen Bedingungen Nahrungsmittel wie Mais anzubauen.
Die Gemeinde Orizabita hat wie das gesamte Valle del Mezquital einen hohen
indigenen Bevölkerungsanteil. Über Jahrhunderte konnten sich traditionelle
Lebensformen und die Sprache des Volkes der Nähnu erhalten. Die Sprache
der Nähnus zählt zu der fünfwichtigsten der 56 indigenen Sprachen
Mexikos.
Die kulturelle Situation und das Sozialgefüge sind in den letzten Jahren
maßgeblich gekennzeichnet durch das Phänomen der Migration in die
USA: Alle Familien, die in dieser Region leben, haben mindestens ein Familienmitglied
in den Vereinigten Staaten, um den Lebensunterhalt zu sichern.
Viele Dörfer in der Gemeinde Orizabita liegen auf Grund der mangelhaften
Infrastruktur, wie z.B. der schlechten Straßenverhältnisse, sehr
isoliert.
Die Freiwilligen leben
in einer Gemeinschaft mit dem Pfarrer und dem Kaplan. Nicht zur Haus- aber
zur Pastoralgemeinschaft gehören desweiteren Ordensschwestern.
Das Zusammenleben und -arbeiten mit am Anfang fremden Menschen, die man erst
langsam in Bezug auf eigene Gewohnheiten und Verhaltensweisen kennenlernt,
war und ist nach wie vor eine spannende Erfahrung. Arbeiten liegen zum Beispiel
in der Durchführung von Kindergruppen bzw. -chören und in der sozialen
Pastoral, hierunter fällt z.B. das neu angelaufene Pilzzuchtprojekt,
sowie das Naturmedizinprojekt.
Cardonal:Cardonal ist ein Dorf mit ungefähr 750 Einwohnern und liegt ca. 2100 m hoch. Das Dorf ist der Sitz des "Municipio" (Kreisstadt) und gleichzeitig Zentrum der Pfarrgemeinde, welche aus 43 Dörfern besteht. Die Dörfer der Pfarrei sind bis zu einer guten Autostunde vom Centro entfernt und die Wege führen meist über trockene und staubige Schotterstrassen durch steinige Berglandschaft und Schluchten. Nicht alle Dörfer sind ans Verkehrsnetz', welches aus "Combis" (Bullis), die hin und her fahren, besteht, angegliedert. In Cardonal befindet sich das "Centro Social", das 1968, mit Beginn der Partnerschaft der beiden Diozösen Münster und Tula in Mexiko, entstanden ist. Seitdem leben hier Deutsche mit Mexikanern unter einem Dach und gestalten gemeinsam die Soziale und pastorale Arbeit in der Pfarrei. Zum Centro gehört außerdem noch eine Werkstatt, in der Landwirtschaftliche Maschinen hergestellt und repariert werden.
Im Centro Social de Cardonal
wohnen in der Regel drei Freiwillige. Gemeinsam arbeiten sie an verschiedenen
Projekten. In einem Team aus mexikanischen Jugendlichen und Deutschen gestalten
sie die Vorbereitung der Firmung. In einigen Dörfern gibt es Kindergruppen
und Jugendchöre, die sich wöchentlich zum Spielen und Singen treffen.
Außerdem gibt es in der Pfarrgemeinde eine Kulturgruppe sowie eine Naturmedizingruppe,
in der sie mitarbeiten können, und die sie als "technische Helfer"
bei Schreibarbeiten oder Organisationsdingen unterstützen können.
Die aktive Mitgestaltung im Sachausschuss der Migration besteht seit drei
Jahren darin, Messen für die Migranten vorzubereiten und kleine Zeitschriften
zu diesem Thema zu erstellen. Außerdem fallen immer wieder kleine Aufgaben
in der Pfarrei an, wie z.B. das Zählen der Kollekte oder kleine Hausmeister-
und Büroarbeiten.
Zur Hausgemeinschaft gehören neben den Freiwilligen, der Canisianer-Bruder
Wilhelm "Memo" Lakeberg, der sich um die Verwaltung der Werkstatt
kümmert; die beiden Priester Pedro Ludwig Gotthard und Hubert Dephoff,
der ebenfalls Canisianer-Bruder ist; sowie die 28-jährige Mexikanerin
Trini Cruz ,die vor allem in der Jugendpastoral arbeitet. Außerdem leben
vier mexikanische Ordens-Schwestern im Centro.
Tepetitlán :Auch diese Gemeinde ist Sitz des Präsidenten des Municipios (Kreis), sie ist nur knapp 20 Kilometer von der Bistumshauptstadt Tula enfernt. Seit September 2000 ist Tepetitlán im Kreis der Pfarreien der Diözese Tula, in denen deutsche Jugendliche arbeiten und leben können. Die Pfarrei umfasst 17 Dörfer, in denen insgesamt fast 13000 Menschen leben. Sie gestaltet sich geographisch, wirtschaftlich, wie infrastrukturell zum Teil recht unterschiedlich. Im Allgemeinen lässt sich aber sagen, dass die Infrastruktur ganz gut entwickelt ist; so sind bis auf zwei Dörfer alle Ortschaften mit einer Teerstrasse verbunden, 87% der Bevölkerung ist mit fliessendem (kalten) Wasser und 80% mit Strom versorgt. Im Unterschied zu den anderen Pfarreien in denen deutsche Jugendliche arbeiten, ist die ursprüngliche Indígena-Kultur praktisch vollkommen verschwunden, an deren Stelle dann die Mestizenkultur, womit man gerne die Mischung aus der Kultur der Ureinwohner und der der Europäer bezeichnet, getreten ist.
In Tepetitlán lebt eine Freiwillige, zusammen mit dem mexikanischen Pfarrer Julio zusammen im Pfarrhaus. Innerhalb des Pfarrgeländes, das vor einem Jahr erst aufwendig vom Padre renoviert wurde, befinden sich das Pfarrbüro und die große Pfarrkirche aus dem 16. Jahrhundert. Für leckerstes Essen und ein blitzblankes Pffarrhaus sorgt Doña Gloria, und die Sekretärin Francisca (oder einfach Kika) kümmert sich um den Terminkalender des Padre und hat immer ein offenes Ohr für die Bitten und Anliegen der vielen Menschen, die zum Pfarrbüro kommen.
Da 2002 erst die zweite Freiwillige in Tepetitlán arbeitet, entwickelt sich das Aufgabenfeld dort noch. Eine große Aufgabe ist die Verbindung der Partnerschaft zwischen den Gemeinden Marl-Sinsen (Deutschland) und Tepetilán (México) zu unterstützen. Diese Freundschaft begann vor dreieinhalb Jahren und wird durch Brieffreundschaften zwischen Kindern und Jugendlichen, und Freundeskreisen in beiden Gemeinden gepflegt und gestärkt. Die Freiwillige arbeitet mit im Marl-Sinsen-Freundeskreis, der über Briefe Kontakt zu seinem Pendant in Marl-Sinsen hält.
Nicolas Flores :Nicolas Flors (Sierra Gorda) ist sehr klein (ca. 2600 Einwohner) und liegt sehr zurueckgezogen. Zum Beispiel nach Ixmiquilpan, der naechstgrößeren Stadt, sind es mit dem Bus drei Stunden und nach Cardonal zwei Stunden. Dorthin gibt es auch keine asphaltierten Straßen, sondern nur Schotterpisten. Die gesamte Pfarrerei Nicolas Flores besteht aus 26 Doerfern, die alle im Hochgebirge verteilt liegen und von denen die letzten erst vor einem Jahr an das Strom- und Straßennetz angeschlossen wurden. Bis zu den entlegensten sind es mit dem Auto drei Stunden Fahrt. Böse Tiere (wie Schlangen, Spinnen, Skorpione, Tausendfuessler...) gibt es bei dort eher weniger, man trifft sie eher, wenn man in die tiefergelegenden Dörfer fährt. In Nicolas Flores ist es zudem oft etwas kühl und es regnet auch öfter mal, aber dafür ist es auch in Nicolas Flores wesentlich grüner. Da Nicolas Flores eines des ärmsten Dörfer des Valle del Mezquital ist, ist die Emigration sehr hoch.
Die Freiwilligen
leben im Pfarrhaus mit Franziskanerbrüdern: Miguel, der Pfarrleiter ist
und eigentlich immer unterwegs ist, da er viele Messen in den Dörfern
hat und ansonsten Sach- und Geldspenden aus ganz Mexico organisiert. Zudem
gibt es da Pedro, der die Besucher im Haus empfaengt, sich ums Essen kümmert
und die Spendenapotheke in Schuss hält und leitet.
Zudem steht die Tür immer und jedem offen, so dass das Haus immer belebt
ist von Menschen jeglichen Alters.
Zu den Projekten gehören Englischuntericht und eine Kindergruppe, zudem der woechentlicher Kleiderverkauf auf dem Markt. Zudem sind sie damit beschaeftigt ein Jugendtreff einzurichten.
Chilcuautla:
Es liegt auf einer Hoehe von 1884m. In Chilcuautla ist es, trotz des Halbwuestenklimas
relativ grün. Die Ursache hierfür ist weniger schön:
Schmutzwasser aus Mexico-Stadt gelangt durch Kanäle in die Region und
lässt die Vegetation sprießen.
Zur Pfarrgemeinde Chilcuautla gehören 18 Doerfer, die alle in weniger
als einer Stunde zu erreichen sind. Es gibt ein gutes Netz von Kleinbussen
(Kombis).
Die Aufgaben, die es in Chilcuautla gibt, sind sehr abwechslungsreich und vielfaeltig. Die Freiwilligen kümmern sich um ein Ofenbauprojekt, welches sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Des weitern begleiten sie eine Jugendgruppe in der Gemeinde und engagieren sich meist in der Pastoral Social und in der Migrationsarbeit, sowie bei den Messdienergruppen und in für die Bistumspartnerschaft - Chilcuautla hat eine Gemeindepartnerschaft mit Rees. Zudem fallen immer wieder Arbeiten im Haus an. Es wird auf jeden fall nie langweilig. Und man steht auch nicht alleine mit der Arbeit da. Das ganze Team ist immer gerne dazu bereit, Hilfe und Anleitung zu geben.
Im Pfarrhaus lebt der deutsche Pfarrer Luis Verst und meist ein mexikanischer Kaplan. Dann wohnt hier noch Raymundo (20 Jahre), ein Schueler, der im nahgelegenden Mixquiahuala zur Universität geht. Im Nebenhaus wohnen fünf Schwestern (Bertha, Rubi, Lidia, Terre und Lupita) des Ordens « Catequistas Hermanas Jesus Cruzificado ». Des weiteren gehören zum Pfarrteam Avelina, eine Frau, die sich um die Naturmedizin kuemmert und Ausencia, eine ehemaligen Ordensschwester, die in Santa Ana, der größten Gemeinde von Chilcuautla, lebt. Nicht zu vergessen ist natuerlich die Haushälterin, Köchin und Chorleiterin Juanita und ihr kleiner Sohn Eric (5 Jahre), der ganz schnell zum Geschwisterersatz wird.